Wasserhärte ermitteln: Härtebereiche und Vorgehen
Bevor Sie über eine Enthärtungsanlage oder einen Wasserfilter nachdenken, lohnt sich zunächst ein Blick auf die tatsächliche Wasserhärte in Ihrem Haushalt. Diese Information ist die Grundlage für jede weitere Entscheidung rund um die Wasseraufbereitung.
Was bedeutet Wasserhärte
Die Wasserhärte gibt an, wie viel Kalzium und Magnesium im Trinkwasser gelöst sind. Diese Mineralien stammen aus dem Gestein, das Grundwasser und Oberflächenwasser auf dem Weg zum Wasserwerk durchfließen. Je nach Region in Deutschland variiert dieser Mineraliengehalt erheblich, weshalb es keine bundesweit einheitliche Wasserhärte gibt.
Die drei Härtebereiche
Nach dem Wasch und Reinigungsmittelgesetz wird die Wasserhärte in Deutschland in drei Bereiche eingeteilt:
- Weich: unter 8,4 Grad deutscher Härte (°dH)
- Mittel: zwischen 8,4 und 14 Grad deutscher Härte (°dH)
- Hart: über 14 Grad deutscher Härte (°dH)
Diese Einteilung wird unter anderem für die Dosierung von Wasch und Reinigungsmitteln verwendet, ist aber auch eine gängige Orientierung bei der Frage, ob eine Enthärtung sinnvoll sein könnte.
Wie Sie Ihre Wasserhärte herausfinden
Der zuständige Wasserversorger ist verpflichtet, die Wasserhärte für sein Versorgungsgebiet zu veröffentlichen. In der Regel finden Sie diese Angabe auf der Website des Versorgers, in der Jahresabrechnung oder auf direkte Nachfrage. Da die Wasserhärte je nach Entnahmestelle und Wasserwerk innerhalb einer Stadt oder Gemeinde leicht abweichen kann, ist die Angabe des eigenen Versorgers die verlässlichste Quelle.
Alternativ gibt es Teststreifen für den Hausgebrauch, die eine grobe Einschätzung der Wasserhärte ermöglichen. Für eine genaue Planung einer Enthärtungsanlage wird in der Praxis meist zusätzlich die offizielle Angabe des Versorgers oder eine Messung vor Ort herangezogen.
Warum diese Kenntnis wichtig ist
Die Kenntnis der eigenen Wasserhärte hat mehrere praktische Konsequenzen. Bei hartem Wasser bilden sich schneller Kalkablagerungen in Rohrleitungen, Armaturen, Durchlauferhitzern, Waschmaschinen, Geschirrspülern und in der Heizungsanlage. Das kann sich auf die Lebensdauer dieser Geräte und auf den Energieverbrauch auswirken, da Kalkschichten die Wärmeübertragung behindern. Für Hausbesitzer und Bauherren ist die Wasserhärte daher ein relevanter Faktor bei der Planung von Sanitär und Heizungsinstallationen.
Gleichzeitig ist wichtig zu wissen, dass die Trinkwasserqualität in Deutschland unabhängig von der Härte durch die Trinkwasserverordnung streng kontrolliert wird. Eine hohe Wasserhärte ist kein Qualitätsmangel, sondern eine natürliche Eigenschaft des Wassers, die vor allem für Komfort, Geräteschutz und Werterhalt der Installation relevant ist.
Aqua.de Wasserhärte-Check per Postleitzahl
Aqua.de bereitet derzeit einen Wasserhärte-Check vor, der anhand Ihrer Postleitzahl eine Einschätzung liefern soll, ob sich eine Enthärtung für Ihren Haushalt voraussichtlich lohnt, inklusive der Möglichkeit, eine kostenlose Angebotsanfrage an Fachbetriebe aus Ihrer Region zu stellen. Dieses Angebot ist aktuell noch in Vorbereitung und noch nicht verfügbar.
